Was heißt Epigenetik?


Während unsere Erbanlage festgeschrieben ist, entscheidet die Epigenetik darüber, wie unsere Gene abgelesen werden. Und sie ist veränderbar und wird stark beeinflusst durch unseren Lebensstil und unsere Umwelteinflüsse.

Wie reagieren unsere Gene auf unser Verhalten? Welche Auswirkungen hat was wir essen, wie wir denken? Gesundheit liegt einer höheren Ordnung zugrunde. Krankheit ist kein Zufall. Wir werden krank, wenn unsere Zellen nicht das bekommen, was sie brauchen.

Die menschliche DNA besteht aus über 23.000 Genen und liefert den Bauplan für alle körpereigenen Moleküle, Strukturen und Zellen. Darunter fallen u.a. auch die Enzyme, Botenstoffe und Hormone. Diese sind für die Funktion und Steuerung unseres Organismus von enormer Bedeutung: Immunsystem, Hormonsystem, Neurotransmitterhaushalt, Entgiftung, Zellschutz, Energieproduktion, Bioverfügbarkeit von Mikronährstoffen, oder die Steuerung der Gene selbst, sind nur einige der wichtigsten Beispiele. Genveränderungen können sowohl ererbt sein (SNP’s), als auch im Laufe des Lebens erworben werden. In beiden Fällen können sich aus diesen subtilen Veränderungen erhebliche Konsequenzen für den Organismus ergeben.


Die Chance der Epigenetik

Zwar können Erbanlagen nicht rückgängig gemacht werden, sehr wohl kann man sich jedoch auf sie einstellen. Optimierung von Mikronährstoffzufuhr, gezielte Prävention, psychisches Wohlbefinden, Steigerung der Leistungsfähigkeit oder das Erkennen individueller Risikofaktoren sind nur einige wenige Beispiele, wie diese Informationen zu einem gesünderen Leben beitragen können.

Gesundheit beginnt weit vor unserer Geburt

Epigenetische Prägungen werden vererbt. Das erklärt, warum der Lebensstil, die Gesundheit, die Lebenserfahrungen von Oma mit ihrem Enkel und dessen Gesundheit zu tun haben. Es geht um vielseitige Verhaltensmuster, wie körperliche, psychische oder psychosomatische Erkrankungen, Beziehungsverhalten, Süchte oder auch Glaubenssätze in Familien.